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Für Kleinstbetriebe · ohne Budget

Kühlung, Heizung, Lüftung: der 30-Minuten-Check ohne Budget

Für Supermärkte, Metzgereien, Bäckereien, Gastronomie und Heizungsbetriebe: In 30 Minuten und ohne Geld prüfen Sie, ob Ihre Kühl- oder Heizungsanlage aus dem Internet erreichbar ist, und machen sie dicht. Mehr als Ihr Router und ein Telefonat mit dem Techniker ist nicht nötig.

In einer Minute erklärt

InternetKältetechnikerRouterKühlreglerKasse / PCIhr Handy
1/7 Für die Fernwartung hat jemand im Router eine Portfreigabe zum Kühlregler eingerichtet.

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2/7 Angreifer suchen im Internet nach solchen Reglern. Sie finden ihn, oft mit Standardpasswort.

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3/7 Die Solltemperatur wird verstellt. Am Morgen ist die Ware verdorben.

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4/7 Portfreigabe gelöscht. Der Techniker kommt nur noch über das VPN des Routers, und nur, wenn Sie es einschalten.

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5/7 Weg 1 ist zu: neues Passwort am Regler, automatische Updates am Router.

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6/7 Weg 2: Angreifer übernehmen den Fernzugang der Kältefirma und kommen über deren VPN bis zum Regler.

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7/7 Schutz: Zugang des Technikers nur bei Bedarf und mit zweitem Faktor, dazu ein eigener Temperaturalarm aufs Handy.

Warum das wichtig ist

Kühl- und Heizungsregler hängen oft am Internet, damit der Kältetechniker aus der Ferne helfen kann. Angreifer nutzen das auf zwei Wegen. Im Oktober 2026 traf es mehrere hundert Supermärkte in Frankreich, in der Nacht zum 2. November Supermärkte und Metzgereien in Deutschland und eine Metzgerei in Köniz, Anfang November auch die Kühlräume der französischen Blutbank EFS. Wie die Täter jeweils hineinkamen, ist nicht in jedem Fall bekannt.

Weg 1: Der Regler ist direkt aus dem Internet erreichbar

Eine Portfreigabe im Router macht die Bedienoberfläche des Reglers im Internet sichtbar. Angreifer suchen gezielt danach und melden sich oft mit dem Werkspasswort an.

So war es im Oktober 2026 bei mehreren hundert Supermärkten in Frankreich. Die französische Cyberbehörde CERT-FR warnte vor offen erreichbaren Kälte-Steuerungen, meist älteren Geräten.

So schützen Sie sich:

  • Portfreigaben zu Kühlung, Heizung und Lüftung im Router löschen.
  • Fernzugriff nur über ein VPN, das nur bei Bedarf eingeschaltet ist.
  • Werkspasswort am Regler ändern, Updates für Router und Regler einspielen lassen.

Weg 2: Der Zugang des Kältedienstleisters wird geknackt

Die Angreifer kommen über die Fernwartung oder die Überwachungs-Software der Kältefirma. Dann hilft auch ein sauber eingestellter Router im eigenen Betrieb wenig.

So traf es Anfang November 2026 die französische Blutbank EFS: Über die Software ihres Kältedienstleisters wurden Kühlräume an drei Standorten verstellt. Ein eigener, vom Dienstleister unabhängiger Alarm hat den Schaden verhindert. Auch ein Markt in Wetter an der Ruhr meldete, der Angriff sei über die Firma gelaufen, die die Kühlung aus der Ferne wartet.

So schützen Sie sich:

  • Den Kältetechniker fragen: Wie kommt er auf die Anlage, mit zweitem Faktor, und wer hat die Zugangsdaten?
  • Fernzugang des Dienstleisters nur bei Bedarf freischalten und danach wieder sperren.
  • Einen Temperaturalarm haben, der unabhängig vom Regler und vom Dienstleister funktioniert, etwa einen eigenen Funkfühler mit SMS aufs Handy.

Aus der Lage: Vorfall-Lagebild: Erster Schweizer Kühlanlagen-Hack: Metzgerei Köniz · Vorfall-Lagebild: Angriff über Kältedienstleister trifft EFS-Kühlräume · Shodan-Lage DACH: offene Gebäude-, Energie- und Wassertechnik · 1.500 offene GLT-Dienste: Lage Bayern und DACH

Selbstcheck

Rot: Hier fehlen die Grundlagen. Fangen Sie mit „Ihr erster Schritt diese Woche“ und der Übung an.

Gelb: Die Basis steht. Schließen Sie die offenen Punkte mit der Checkliste.

Grün: Gut aufgestellt. Üben Sie regelmäßig und prüfen Sie die Punkte einmal im Jahr.

Tippen Sie an, was bei Ihnen zutrifft. Die Auswertung passiert nur in Ihrem Browser, nichts wird gesendet oder gespeichert.

So geht es, Schritt für Schritt

  1. Am Router anmelden (bei der Fritzbox über fritz.box im Browser).
  2. Unter Internet, Freigaben, Portfreigaben nachsehen. Jede Freigabe, die Sie nicht kennen, notieren.
  3. Den Kälte- oder Heizungstechniker anrufen: Brauchen Sie diese Freigabe? Wenn ja, stattdessen VPN einrichten lassen. Und fragen: Wie kommen Sie sonst noch auf die Anlage, etwa über ein Portal oder eine Cloud, und ist der Zugang mit zweitem Faktor geschützt?
  4. Freigaben löschen, Passwort am Regler ändern lassen, automatische Updates am Router einschalten.
  5. Notfallnummer an die Anlage kleben. Temperaturalarm aufs Handy einrichten lassen.

Zum Ausdrucken

Aushang für die Anlage, Check zum Abhaken und ein ausgefülltes Beispiel einer erfundenen Metzgerei.

PDF herunterladen

Und dann?

Wenn der Check erledigt ist, helfen die fünf Schritte weiter, jeweils mit einem Teil für Kleinstbetriebe: Schritt 1: Für den Notfall vorbereitet · Schritt 2: Netz in Zonen trennen · Schritt 3: Sehen, was im Netz passiert · Schritt 4: Fernzugang absichern · Schritt 5: Schwachstellen im Griff

Was gilt bei Ihnen?

Meldestellen und Pflichten für Bayern, Salzburg, Tirol und die Schweiz finden Sie unter Schritt 1: Für den Notfall vorbereitet. Persönlich in der Region: OT-Security in Bayern · OT-Security in Salzburg · OT-Security in Tirol

Häufige Fragen

Kostet das etwas?

Nein. Die Einstellungen machen Sie im Router selbst, der Techniker braucht für das VPN meist nur kurze Zeit.

Wie finde ich heraus, ob meine Anlage im Internet sichtbar ist?

Schreiben Sie uns die öffentliche Adresse Ihres Anschlusses, wir prüfen es kostenfrei. Oder löschen Sie einfach alle Portfreigaben, die Sie nicht kennen.

Gilt das für jede Fritzbox?

Die Menüs gelten für aktuelle FRITZ!OS-Versionen. Der Gastzugang am LAN-Anschluss 4 geht nur, wenn die Fritzbox selbst die Internetverbindung herstellt. WireGuard-VPN gibt es ab FRITZ!OS 7.50, nicht auf allen Kabelmodellen. Bei einem Router vom Anbieter fragen Sie dort nach.

Mein Techniker sagt, ohne Freigabe geht es nicht.

Mit VPN geht es auch, das können die meisten Router. Bestehen Sie darauf: Es geht um Ihre Ware und Ihren Betrieb.

Quellen

Zuletzt aktualisiert: 06.11.2026

Fragen? Wir helfen auch. Notfall? 24/7 anrufen: +49 8031 8603164

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